Mein erstes amerikanisches Thanksgiving Dinner

Thanksgiving Dinner Tischdekoration Table setting

Schon immer fühlte ich mich zu den amerikanischen Bräuchen hingezogen. Ich liebe die Art, wie dort Feiertage zelebriert werden. Thanksgiving zählt dort zu den wichtigsten Feiertagen überhaupt und ich hatte große Lust, mal selbst ein Thanksgiving Dinner zu veranstalten.

Thanksgiving
Thanksgiving ist das amerikanische Äquivalent zum europäischen Erntedankfest, unterscheidet sich inhaltlich aber sehr von den hier bekannten Bräuchen. Das wichtigste Familienfest wird dort regelmäßig am vierten Donnerstag im November mit einem großen Essen für Familie und Freunde zelebriert.

Der Gedanke ein großes Essen zu veranstalten, zu dem die ganze Familie und sogar Freunde zusammenkommen, finde ich einfach großartig. Natürlich war auch klar, dass es zu diesem Anlass unbedingt Truthahn geben muss. Da ich meine Familie aber für das erste Oktoberwochenende (Erntedank wird in Deutschland meist am ersten Sonntag im Oktober gefeiert) eingeladen hatte, gestaltete sich das Vorhaben mit dem Truthahn schwierig. Die Auswahl war klein, beim Metzger war kurzfristig kein frischer Truthahn zu bekommen und so blieb nur ein tiefgekühltes Tier. Ein gutes Gefühl hatte ich dabei nicht –  gebe ich ehrlich zu. Aber ich hatte mir nunmal ein richtiges Thanksgiving Dinner in den Kopf gesetzt und da dieses schon nicht am Thanksgiving Day stattfand, musste zumindest ein Truthahn her. Oder eine Pute. Die wurde es dann schließlich auch.

Aus TV Serien wie Gossip Girl weiß ich, dass zum Vogel auch ein prachtvoll gedeckter Tisch und diverse Beilagen gehören. Bei meiner Recherche stellte sich dann heraus, dass es durchaus einige Rezeptklassiker wie sweet potatoe casserole oder oven roasted butternut squash gibt, letztendlich aber jede Familie ihre ganz eigenen Lieblingsrezepte hat. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt. Gekocht wird, was allen schmeckt.

Bei den Zutaten tauchten jedoch einige Kollegen häufiger auf: Kartoffeln, Süßkartoffeln, Mais, Marshmallows, Cranberries, Kürbis (insbesondere Butternut Squash), Kürbiskuchen, Pekannüsse und natürlich das Wichtigste: der Truthahn.

Tischdekoration

Für die Tischdekoration habe ich mich für eine Kombination aus weißen und orangefarbenen Zierkürbissen, Pampasgräsern und goldenen Details entschieden. Die Kürbisse habe ich im Baumarkt ergattert und Pampasgras wächst glücklicherweise zu Hauf bei uns im Garten. Als Tischläufer diente eine Rolle Packpapier.

Mein Thanksgiving Menü

Salat mit Blaubeeren und karamellisierten Cashewnüssen
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Pute mit Apfel-Maronen Füllung
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Süßkartoffelstampf
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Bohnen im Speckmantel
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gebratener Butternut Kürbis mit Feta und Cranberries
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glasierte Röhrchen
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Apfel-Kürbis Creme mit weißer Schokolade

Da es außerdem üblich ist, dass die Gäste auch etwas zum Essen mitbringen, fielen Salat und Dessert nicht in meine Zuständigkeit.

Am morgen des Dinners ging es früh los. Die Pute musste ausgenommen, gewaschen und gefüllt werden. Obwohl ich während meiner Schulzeit beim Metzger gearbeitet habe und dort viel mit rohem Fleisch zu tun hatte kann ich nicht leugnen, dass mir zwischenzeitlich echt schlecht wurde. Die Innereien waren natürlich schon ausgenommen, aber da gewisse Teile gerne für die Füllung verwendet werden, werden sie lose wieder in die Pute gelegt – inklusive Hals. Als das Zeug dann draußen war, konnte es losgehen.

Ich hatte zuvor viel recherchiert und einen Truthahn (oder in meinem Fall eine Pute – die weibliche Version) zuzubereiten, schien gar nicht so einfach. Entsprechend nervös war ich bei meinem ersten Versuch. Hoffentlich wird sie nicht zu trocken. Hoffentlich schmeckt das Fleisch. Hoffentlich war es keine saublöde Idee eine TK Pute zu kaufen. Hoffentlich wird sie nicht zu trocken. Ich sah mich in Gedanken schon Notfall-Pizzen bestellen.

Bei dem Rezept habe ich verschiedene Rezeptvarianten zusammen geworfen und zu meiner eigenen Überraschung ist die Pute inklusive Sauce unglaublich lecker geworden!

Da dies hier kein Food Blog ist und ich nicht nach Rezept gekocht habe, kann ich nur meine Notizen ohne Mengenangaben mit euch teilen und euch wissen lassen: So schwer ist es nicht. Es kann auch nicht wahnsinnig viel schief gehen, wenn man sich vorher ein bisschen informiert hat. Traut euch also ruhig frei Schnauze zu kochen und ein bisschen kreativ zu sein.

Thanksgiving Dinner Tischdekoration Table setting

Zubereitung der Pute

Gefüllte Pute für 5 Personen:

  • Ein 4 kg schwerer Vogel reicht für 5-6 Personen (es gibt ja schließlich auch jede Menge Beilagen)
  • Idealerweise einen frischen Vogel in Bio Qualität besorgen. Dieser muss ggf. frühzeitig beim Metzger des Vertrauens bestellt werden. Bei uns hat das zeitlich nicht mehr hingehauen und obwohl die Tiefkühl-Pute sehr lecker war, würde ich beim nächsten Mal definitiv frisches Fleisch kaufen.

Vorbereitung

  1. Pute (sofern gefroren) idealerweise mind. 2 Tage im Kühlschrank auftauen lassen. Größere Vögel brauchen länger! Wenn die Zeit nicht reicht, kann man ihn (selbstverständlich eingeschweißt) in kaltes (!) Wasser legen und so das Auftauen etwas beschleunigen.
  2. Die Verpackung entfernen und die Innereien herausnehmen. Den Vogel mehrmals gründlich von innen und aussen waschen. Mit Küchenpapier abtrocknen.

Für eine krosse Haut

  1. Pute großzügig mit braunem Zucker und Salz bestreuen. Mit den Händen andrücken.
  2. Die Haut von der Pute lösen (ich habe mir dafür Gefrierbeutel über die Hände gestülpt und bin mit der Hand unter die Haut gefahren) und anschließend großzügig weiche Butter darunter schieben. Mit der Hand über die Pute streichen, um die Butter unter der Haut gleichmäßig zu verteilen. Mit der restlichen Butter die Pute einreiben.

Füllung

  1. Zwiebel in 3 EL Butter andünsten. Vorgekochte Maronen, einen gewürfelten Apfel und gewürfeltes Weißbrot ohne Kruste dazu geben und anbraten. Salzen und pfeffern.
  2. Die Pute damit füllen.
  3. Beine zusammenbinden und idealerweise 12 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Wir hatten nur 2 Stunden, was dem Geschmack aber nicht geschadet hat.

Glasur

In einem kleinen Topf ein dickes Stück Butter, Zwiebeln, Knoblauch, 2 Lorbeerblätter, einen Schuss Orangensaft, einen Schuss Soja Sauce, ordentlich Ahornsirup, einen EL Honig, Paprikapulver und Chilipulver 5 min. köcheln lassen bis es schäumt und leicht dickflüssig wird.

…und weiter gehts mit der Pute:

  • Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Die Pute auf das Rost setzen und direkt darunter ein tiefes Backblech platzieren, damit der Bratensaft aufgefangen wird.
  • Die Pute nun bei 220 Grad 30 min grillen. Wenn die Haut zu schnell dunkel wird, einfach Alufolie darüber legen.
  • Die Temperatur auf 120 Grad reduzieren und 4 Stunden weiter grillen. Dabei alle 30 bis 60 Minuten mit der Glasur einpinseln. Wir haben einfach so oft gepinselt, bis alles aufgebraucht war.
  • Idealerweise gegen Ende der Backzeit mit einem Fleischtermometer die Kerntemperatur messen. Der Vogel ist fertig, wenn diese bei 80-85 Grad liegt.
  • Anschließend im geöffneten Ofen mindestens 30 Minuten ruhen lassen (bestenfalls 45-60 min).
  • In der Zwischenzeit kann man Saucen und Beilagen machen.

Sauce

Den aufgefangenen Bratensaft mit Weißwein und Geflügelfond angießen und 15 Min. köcheln lassen. Die Sauce abschmecken und bei Bedarf mit Saucenbinder eindicken.

Durch die Füllung und die unfassbar leckere Glasur erhält man einen tollen Bratensaft und schließlich eine exzellente Sauce! Die Sauce war neben der Pute das Highlight des Dinners!

>> Rezepte für die Beilagen findet ihr zu Hauf auf Pinterest. 🙂

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Christina
    25. November 2019 / 8:41 am

    Oh da wäre ich gerne dabei gewesen 😃 ich finde es auch toll wenn Familie und Freunde zusammen am Tisch sitzen, vorallem jetzt auch in der Weihnachtszeit. Xoxo Christina.1303

  2. Marina
    26. November 2019 / 9:26 am

    Yummy … da läuft einem direkt das Wasser im Mund zusammen ^^

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